HowahlSpies - Restauratoren GbR
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Supraportenreliefs der Fassade am Schadowhaus

Supraportenreliefs der Fassade am Schadowhaus, Berlin – Mitte

Stuck
restauratorische Fassungsuntersuchung
Katalogisierung
Schadenskartierung
Archiv- und Literaturrecherche
Konzepterstellung für den weiteren Umgang
HowahlSpies-Restauratoren GbR
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Hedemannstr. 14
10969 Berlin
Oktober 2010 – März 2011
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Supraportenreliefs der Fassade am Schadowhaus

Objektbeschreibung

Die beiden Schadowreliefs befanden sich ursprünglich als Supraporten über den Portalstürzen unter den Verdachungsgesimsen, im Erdgeschoss der Straßenfassade des Schadowhauses.Nach Abschluss der Bauarbeiten am Haus im Jahr 1805 wollte Gottfried Schadow (1764 – 1850) der Fassade zwei „Basreliefs“ als angemessene Schilder geben. Der gerade aus Konstantinopel kommende Karaffe entwarf erste Skizzen, die alsbald jedoch verworfen wurden.
Auf dem linken Relief wird die Entstehung der Kunst der Antike in vier Szenen dargestellt. Während auf dem rechten Relief die sog. Protektoren oder Beschützer, bzw. Mäzene der Kunst in bewusst gewählter Gegenüberstellung von Antike und Renaissance gezeigt werden.
Mit Ausnahme der ersten Relieftafel des linken Supraportenreliefs über der Eingangstür, weisen die weiteren drei Tafeln z.T. starke Abwitterungen auf, die sich in mehrere Millimeter tiefen Abplatzungen zeigen. Trotz dieser Oberflächenschäden, sind die feinen Details der figürlichen Darstellungen des noch „originalen“ Reliefs deutlich zu erkennen. Dies fällt vor allem auch über einen Vergleich mit der 1959/60 angefertigten Abformung des rechten Supraportenreliefs auf, an dem sämtliche feinen Details eigentümlich verwaschen, abgerundet und weniger scharfkantig erscheinen.
An allen Relieftafeln finden sich geringe Reste der Farbfassungen. Die Fassungen wurden in mindestens zwei Restaurierungsphasen vor dem jeweiligen Neuanstrich entfernt.

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Die Supraportenreliefs von Johann Gottfried Schadow wurden 1805 gefertigt und in die Portalumrahmung in den Eckrisaliten der Straßenfassade eingebaut. Das linke Supraportenrelief über der Eingangstür zeigt vier Szenen zur Entstehung der Kunst in der Antike. Historische Aufnahme um 1930.

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Das rechte Supraportenrelief zeigt in vier Szenen, die Beschützer der Kunst. Historische Aufnahme um 1930.

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In den Jahren 1959 – 60 wurde die Straßenfassade des Schadowhauses umfangreich saniert. Die zu stark beschädigten Reliefs wurden ausgebaut und fehlende Bereiche ergänzt. Das rechte Supraportenrelief wurde abgegossen und eine Kopie zusammen mit dem linken bauzeitlichen Relief wieder an der Fassade montiert. Der Verbleib des rechten bauzeitlichen Reliefs ist unbekannt.

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In den Jahren 1995 – 96 wurden die Relieftafeln erneut ausgebaut und gefestigt. Anschließend sind die Fassungen entfernt und die einzelnen Tafeln abgeformt worden. Die „Originale“ wurden danach in einem Depot gelagert. (Foto: Fa. Blum und Schötschel, Berlin 1995)

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Für eine Fassungsuntersuchung, Katalogisierung und Schadens-, bzw. Bestandskartierung wurden die beiden Reliefs im Jahr 2010 in unsere Werkstatt transportiert. Die Abbildung zeigt die dritte Szene des bauzeitlichen linken Supraportenrelief in der Agesander seine Söhne am Modell des Laokoon unterweist. Schadow nannte dies die „Epoche des Ausdrucks“.

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Gesamtansicht des linken Supraportenreliefs mit den Darstellungen zur Entstehung der Kunst in der Antike.

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Gesamtansicht des rechten Supraportenreliefs mit den Darstellungen der Beschützer der Kunst.

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Für die Fassungsuntersuchung wurden an den Relieftafeln Proben entnommen, eingebettet und mikroskopisch ausgewertet. Anhand der Querschliffe konnte nachgewiesen werden, dass die Reliefs ursprünglich bronziert waren. Dieses Ergebnis ist ebenfalls quellenschriftlich belegt. Darin berichtet Schadow, wie er für die Bronzierung mehrere Tütchen Goldpulver gekauft hat.

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In einer Bestands- und Schadenskartierung wurden neben den Schäden auch jüngere Restaurierungsmaßnahmen dokumentiert.

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Anfertigung von 3d Scans der Reliefplatten durch Trigonart GbR. Hier als 2d A0Plott für Dokumentationzwecke.

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