HowahlSpies - Restauratoren GbR
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Domkirche Brandenburg

Domkirche Brandenburg/Havel, Bunte Kapelle, Konservierung der Wandmalereien

Wandmalerei
Reinigung der Malerei, Festigung von Malschichtschollen, Entfernung, bzw. Reduzierung von Glanzstellen, hervorgerufen durch Reste eines Festigungsmittels aus einer jüngeren Restaurierungsmaßnahme.
Partielle Entfernung von Übermalungen.
Risskittung, Erneuerung der Putzergänzungen im Sockelbereich und an den Oberwänden.
Retusche von Fehlstellen.
HowahlSpies Restauratoren GbR
Domstift Brandenburg
2013
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Domkirche Brandenburg

Objektbeschreibung

Im 13./14 Jh. begann die Umgestaltung zur gotischen Basilika, die ihren Abschluss im 15. Jh. fand. Im 13. Jh. wurde wohl eine Neueinwölbung der Kapelle ausgeführt. Als Hinweis hierzu dienen die Verjüngungen der Kreuzrippen im Übergang zu den spätromanischen Konsolen und Kapitelle. Die Gewölbegurte und die Kreuzrippen wurden dabei überfasst. Die Malereien hierauf werden als frühgotisch eingestuft. Die Rankenmalerei in den Gewölbekappen und die szenischen Malereien in den Schildbögen werden ins 15. Jh. datiert. Für die Schildbögen in der Kapelle wird ein gemeinsames Gestaltungskonzept vermutet, welches sakrale Szenen aufgreift, in denen vor allem Darstellungen von Heiligen vorkommen, für die die Kapelle geweiht wurde. Die Malereien an der Ostwand sollen wohl Szenen aus dem Leben der Heiligen Jungfrau darstellen. Um 1836 beschreibt Alexander von Minutoli den Zustand der Malereien in der Bunten Kapelle als schlecht. Auch der Generalkonservator Ferdinand von Quast (1876) sowie Persius (1889) sprechen sich für eine Wiederherstellung der Bunten Kapelle als Kapitelsaal aus. 1895 fertigte August Oetken Aquarelle zu den bestehenden gotischen Malereien an. Im Anschluss wurden die Rankenmalereien in den Gewölbekappen unter wohl teils dickem Putz freigelegt und malerisch „aufgefrischt". In den 1970er Jahren wurden die Malereien erneut begutachtet und ihr Zustand als schlecht befunden. Es folgten eine teilweise Abnahme der Überfassungen in den Gewölbekappen aus dem 19. Jh. sowie eine partielle Festigung der Malereien mit Polyvinylacetat (PVAc). Zu dieser Zeit wurde auch nahezu der gesamte Sockelbereich neu verputzt.

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Gewölbekappe mit Glanzstellen des Festigungsmittels PVAc (Polyvinylacetat) aus der Restaurierungsmaßnahme um 1970, dessen Reste nicht vollständig vom Putz aufgenommen wurden, bzw. nicht ausreichend von der Oberfläche entfernt wurden.

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Gewölbekappe nach der Entfernung der Glanzstellen.

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Wandfläche mit älteren Kittungen. Die Kittungen überlappten stellenweise den farbig gefassten Bestandsputz. Die Oberflächengestaltung der Kittungen entsprach stellenweise nicht jener der angrenzenden Flächen des Bestandsputzes.

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Erneuerung einiger als störend empfundener Altkittungen, durch Kittungen mit Kalkmörtel. Die Neukittungen wurden leicht unter Niveau des Bestandputzes ausgeführt.

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Putzergänzung mit Putzritzung an einem Wandpfeiler.

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Risse in den Gewölbekappen wurden mit einer Mörtelmischung aus Sumpfkalk und Marmormehl geschlossen.

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Wandabschnitt der sog. „Bunten Kapelle“ im Vorzustand. Die Sockelputze aus den 1970er Jahren waren stark geschädigt und sollten erneuert werden.

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Wandabschnitt, wie vor, und nach den Konservierungsmaßnahmen an den Fassungen. Die Putzergänzungen im Sockelbereich und an den Oberwänden wurden erneuert und mit Kalklasuren farblich eingetönt.

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