HowahlSpies - Restauratoren GbR
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Bendemann

Die Künste am Brunnen der Poesie von Eduard Bendemann

Wandmalerei
Reinigung der Malerei, Festigung von Malschichtschollen, Entfernung, bzw. Reduzierung von Glanzstellen, hervorgerufen durch Reste eines Festigungsmittels aus einer jüngeren Restaurierungsmaßnahme. Partielle Entfernung von Übermalungen. Retusche von Fehlstellen.
Howahl Spies-Restauratoren GbR
Deutscher Bundestag, vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
2013
HowahlSpies - Restauratoren GbR - Bendemann

Objektbeschreibung

Das Schadowhaus in der Schadowstraße 10-11 in Berlin-Mitte gehört zu den wenigen noch erhaltenen Künstlerhäusern in Berlin. Hier wohnte Johann Gottfried Schadow von 1804 bis zu seinem Tod 1850 mit seiner Familie. Im ersten Stock, der bel étage des Gebäudes, wohnte seit 1831 der Bankier Anton Bendemann mit seiner Frau Fanny und Familie. Sein Sohn Eduard Bendemann schuf im Salon der Mutter das Wandbild „Die Künste am Brunnen der Poesie“. Dieses Wandbild ist das einzige, noch heute in situ erhalten gebliebene, „originale“ Ausstattungsstück im gesamten Gebäude. Das Wandbild entstand inspiriert von einem Familienereignis am Polterabend vor der Hochzeit seines Bruders Emil Bendemann und Ottilie Preussel am 9. Dezember 1836, an einem sog. tableaux vivants bei dem Familienmitglieder in historischen Kostümen Allegorien der Künste darstellten.

Aufgeteilt ist das Wandbild in zwei Ebenen, der eigentlichen Szenerie, die vor einem Waldhintergrund spielt und der Architekturrahmung. Die Rahmung wiederum teilt das Bild in drei Szenen (ähnlich eines Tryptichons) auf, zwei seitliche in etwas schmalere Bildfelder aufgeteilte Darstellungen und dem eigentlichen Hauptbild im breiteren Mittelteil der Architekturrahmung. Unter dem mittleren, dem größten Bogen, sind die Allegorien der Künste (mit Ausnahme der Kirchenmusik, die nicht als allegorische Figur, sondern als Heilige dargestellt wird) um einen Brunnen angeordnet. Die Personifikationen der Künste sind mit ihren jeweiligen Attributen gekennzeichnet. Die Lyrik wird als Dichter mit Lorbeerkranz und Leier gezeigt, die Architektur lässt sich am architektonischen Modell erkennen, die Bildhauerei an Hammer und Meißel und die Malerei an Stift und Skizzenblock. Auf den Stufen des zweischaligen Brunnens sitzt vor einer Handorgel, die mit einen zarten Nimbus gekennzeichnete Patronin der Kirchenmusik, die Heilige Cäcilie.

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Das Bendemannbild im Vorzustand.

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Vorzustand. In einigen Bereichen lag auf der Fassung ein glänzender Überzug aus einer älteren Restaurierungsmaßnahme stammend. Diese Bereiche wurden als optisch störend eingestuft. Zudem wurde vermutet, dass diese Überzüge eine höhere Spannung als die Malschicht haben könnten, was zu Ablösungen der Fassung führen würde.

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Während der Reinigung. Die Reinigung erfolgte sowohl trocken, als auch feucht mit destilliertem Wasser.

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Vorzustand. Brunnenbekrönung mit Marienstatue. Der Bildbereich ist durch zahlreiche Abplatzung von Malschichtschollen stark geschädigt.

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Endzustand. Brunnenbekrönung mit Marienstatue.

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Vorzustand. Größere Fehlstelle im Bereich des Waldhintergrundes.

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Vorzustand. Zahlreiche Abplatzungen im Bereich der Orgeldarstellung.

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Vorzustand. Farbabplatzungen im Bereich der Übermalung eines Gewandes aus den 1960er Jahren.

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Endzustand. Nach der Retusche.

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Vorzustand. Farbabplatzungen im Bereich eines Gesichtes. Dieser Bereich wurde ebenfalls in den 1960er Jahren übermalt.

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Endzustand. Nach der Retusche.

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Endzustand. Gesamtansicht nach der Restaurierung und der Rekonstruktion des Sockelpaneels.

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